Frisch zurück von der STC 2005

Auf der diesjährigen Student Technology Conference gab es einige interessante Vorträge und Workshops. Leider war die Zeit etwas knapp und die Zeiteinheiten doppelt belegt, so dass ich mir nur ein Viertel der Vorträge angehört habe und den Rest der Zeit dann mit anderen Studenten, MS-Leuten und Vortragenden (dank der
Community DevCon 2005 waren mir einige Gesichter schon bekannt) gelabbert habe. Vielleicht wird ja die nächste STC ein bißchen länger dauern

Am wichtigsten war wohl das Gespräch mit dem für Darmstadt zuständigen MS Senior Student Partner. An der TU Darmstadt gibt es momentan noch zwei MS Student Partner (was das ist, wird auf
Studentprogram beschrieben) von denen einer bald weggeht - sprich es wird eventl. ein Platz für mich frei

Jetzt muss ich nur noch Bewerbung & Lebenslauf schreiben und an MS mailen..
Relativ schön ist auch, dass man mal andere Meinungen und Praxisansätze mitbekommt. Resultat eines Gesprächs: ich muss mir den Borland C#-Builder angucken. Immerhin soll dieser einen wesentlich besseren C#-Editor bieten als das VS.Net selber.
Aber es gab nicht nur pure Wissensübertragung in den Vorträgen/Workshops sondern auch Unterhaltung. Besonders hervorzuheben will ich das Couch Coding am Abend (wie programmiert man ein StudentTechnologyConference2005KneipenInformationsDienst als Webservice mit verteilten Aufgaben). Das ganze natürlich mit entsprechender Stimmung und reichlich Bier intus (nicht ich - aber der Rest

)
Ob der Code jemals freiwillig veröffentlicht wird weiß ich leider noch nicht - allerdings war auch gerade die Vorgehensweise interessant. Nicht einfach per Klick Webservice hinzufügen alles das VS.Net machen lassen, sondern das ganze per XML-Datei, die eine Art Kontrakt darstellte.
Für den Xbox-Wettbewerb waren dann leider meine Fahrkünste nicht ausreichend - zwar unter den TOP30 aber nur die ersten 16 kamen in die nächste Runde. Der Gewinner bekam dann am Ende der Veranstaltung eine Xbox
Fleißig Werbung für
theSpoke machte
Gesa und ihr Team. Mittlerweile wächst der Userstamm immer mehr an, so dass ein bißchen Leben reinkommt. Jetzt fehlt nur noch die neue Version von theSpoke und ich wäre glücklich..

Da ich bislang mit der neuen dotNet Version und dem VS.Net 2005 noch nicht allzuviel gemacht hatte, waren die Vorträge von Neno Loje (VS.NET Tools - Visual Studio 2005 - Mehr als nur eine IDE), Bernd Marquardt (C# 2.0 - Wohin geht die Reise? C# und seine Entwicklung) sowie Dr. Holger Schwichtenberg (Windows Forms 2.0 - Schneller fertig mit Windows Forms 2.0) sehr informativ.
Leider war ich von Windows Forms 2.0 (also dem Produkt, nicht dem Vortrag!) enttäuscht.
Zwar gibt es endlich neue Menübar-, Statusbar- und Symbolleisten-Komponenten (die heißen jetzt statt *bar nun *strip), aber diese bieten immernoch keine direkte Unterstützung für das CommandPattern. Auch das Benutzer die Items im Menü oder der Symbolleiste selber zusammenstellen können (in MS Office schon länger üblich), muss man immernoch von Hand programmieren

Die neue Datenbindung mit neuem Grid bietet zwar für den Anfänger Vorteile, erinnert aber arg an Access. Für den Profi bleibt es dann nur übrig den Zugriff von Hand zu schreiben. Insbesondere weil es sowas wie das Fabrikobjekt in ASP.Net-Datenbindung für Windows Forms nicht gibt.. Wer es also sauber mit Datenbankabstraktionslayer machen will, codet immer noch alles selbst..
Update: eventl. gibt es doch mit ADO.Net 2.0 eine Möglichkeit dies zu machen - wie mir
Matthias beim
TheSpoke-Copy kommentiert hat
Auch kann man jetzt Anwendungen leicht deployen - per ClickOnce. Dabei geht der Benutzer einfach im Browser auf eine URL und geht auf Installieren. Dann wird die Anwendung (inkl. möglicher Abhängigkeiten, allerdings muss das dotNet-Framework vorher installiert sein) unter \Dokumente und Einstellungen\{username}\Lokale Einstellungen\< ...> installiert. Der geübte Systemadmin erkennt sofort, dass damit das Verzeichnis nicht ins Roaming Profile aufgenommen wird. Gleichzeitig wird eine Installation pro Benutzer gemacht. Effektiv also auf Mehrbenutzersystemen (mehrere Benutzer arbeiten an einem Rechner oder auch Terminalserver) und beim Einsatz vom Roaming Profiles für das Deployment untauglich

Sehr schön gefällt mir die Compilersicherheit/Intellisense bei Properties. Die Programmproperties können in Scopes eingeteilt werden - entweder Speicherung pro Benutzer oder für die Anwendung global. Das Framework kümmert sich dann um die Speicherung. Schönes Beispiel für Benutzerscope: Anwendungsstarts - so sieht man wie oft man selber die Anwendung gestartet hat. Das schon bei ClickOnce erwähnte Problem mit den Roaming Profiles tritt hier allerdings auch wieder auf. Weiterhin wird pro Programmversion (durch Assembly-Version spezifiziert) eine eigene Properties-Datei angelegt. Dabei werden alte Einstellungen nicht migriert
Interessante Daten von der STC2005: 414 Studenten, 16 Redner, 16 Techniker, 28 Service-Mitarbeiter, 12 Köche, 200kg Putenfleisch, 500l Bier, über 8.000 KW Stromverbrauch

..... und jede Menge Wissen transferiert